Die Aufgabenstellung meiner Frau hörte sich ganz einfach an 😉

Kann man die Bilder aus der Kamera nicht automatisch auslesen? Jedes mal die SD-Karte im Computer einlesen, das nervt!

Da hat sie recht. Das geht mir auch auf die Nerven und meist liegen auf der Karte noch jede Menge geschossener Fotos, die man schon fast vergessen hat, auf seine gespiegelten Festplatten abzulegen. Eine gefundene Aufgabe für mich.

Es gibt eine ziemlich geniale Lösung für das Problem. Der Hersteller Eye-fi war der erste auf dem Markt, der einen WLAN Client und Accesspoint in einer SD-Karte integriert hat. Die anfänglichen Probleme sind behoben und andere Hersteller haben nachgezogen. Jedoch bietet die Eye-fi Karte immer noch die meisten Features an. Auf der Homepage kann man nachschauen, ob die eigene Kamera unterstützt wird.

eyefi

Wie funktioniert das ganze? Auf der SD-Karte ist ein kleiner Rechner eingebaut, der WLAN an Bord hat. Als Betriebssystem läuft auf der Karte ein Linux, das zum booten etwa 30 Sekunden braucht. Die Karte kann sich per WLAN (Reichweite abhängig vom Kameragehäuse) mit dem Accesspoint zu Hause oder mit dem Handy (wenn das Handy einen „Hotspot“ zur Verfügung stellt) verbinden. Es gibt auch noch App´s für iPhone und Android, um sich mit der Karte zu verbinden. Je nach Konfiguration kann man nun die Bilder direkt zu Facebook, flickr oder zum Eye-fi Server hochladen. Der Eye-fi Server bietet dann noch an, die Bilder wieder zurück auf den Computer zu laden (für mich etwas umständlich, aber dazu kommme ich noch später). Konfiguriert wird die Karte vor der ersten Verwendung am PC mit dem mitgelieferten SD zu USB Adapter und einer Software.

Zwangsregistrierung. Wenn man die Karte „out of the box“ benutzen möchte, also so wie esvorgesehen ist, muss man sich bei Eye-fi registrieren und kann dann loslegen. Die Bilder landen erstmal immer im Internet. Da mir dieses Vorgehen nicht gefällt (meine Bilder gehören mir), benutze ich eine andere Lösung.

Eyefiserver für Linux. Scheinbar bin ich nicht der einzige, dem dieses Vorgehen nicht gefällt. Im Internet habe ich den Eyefiserver gefunden. Mit dieser Software ist es möglich, den Datenverkehr der Karte ins Internet abzufangen und auf den lokalen Server umzuleiten. Unterstützt werden Debian Systeme und jedes andere Linux System, wenn man compilieren kann. Oder man hat eine „Seagate goflex“ Festplatte mit alternativer Firmware, dann kann man die Bilder dort automatisch ablegen (http://www.hackseagatesatellite.com/wordpress/2012/08/20/how-to-configure-the-eyefi-card-to-use-it-with-the-goflex-satellite/). Noch eine Möglichkeit besteht, wenn man eine QNAP-NAS besitzt. Dazu gibt es hier die Lösung: http://code.google.com/p/eyefiserver2/ . Da ich einen eigenen Debian Server zuhause betreibe, nutze ich die wirklich einfachste Lösung. Für debian gibt es den eyefiserver schon als fertiges Paket.

Installation auf Debian. Der Paketmanager bietet als „experimental“ den eyefiserver an. Das bedeutet, dass der Server zwar nicht offiziell zur Distribution gehört, aber er kann als Paket installiert werden.

HowTo: Zuerst müssen wir die source für das Paket hinzufügen.

Wir editieruen dazu mit:

nano /etc/apt/sources.list

und fügen folgende Zeilen hinzu:

# eyefi experimental

deb http://ftp.de.debian.org/debian experimental main

Danach den Paketmanager updaten mit:

apt-get update

Jetzt kann das Paket eyefiserver installiert werden:

apt-get install eyefiserver

Nach der Installation muss noch das Konfigurationsfile angepasst werden. Hier muss die ID der Karte eingetragen werden und das Zielverzeichnis, in dem die Bilder landen sollen. Die Einstellungen sind in dem Config-File sehr gut beschrieben.

nano /etc/eyefiserver.conf

Nachdem alles eingestellt ist, kann man den eyefiserver starten und testen.

/etc/init.d/eyefiserver start

Für mich eine geniale Lösung. Jetzt landen die Bilder direkt auf meinem NAS. Der Server unterützt auch mehrere Karten, sodass man auch seine Zweitkamera damit ausstatten kann.